Streckbiegen
Unter Streckbiegen verstehen wir eine in Längsrichtung fortschreitende Biegeformgebung von Metallstäben
unter gleichzeitiger Zugspannungs-Überlagerung derselben. Die gewünschte Biegekontur erzielt man in der
Regel mittels massiver Biegewerkzeugformen, in welche der vorgespannte Profilstab tangential einlaufen
muß, also quasi "aufgewickelt" wird. Die dafür benötigten Werkzeugelemente werden bei der Herstellung
solange optimiert, bis formschlüssige Werkstücke entstehen. Das Niveau der zu überlagernden Zugspannung
kann während des Biegens den jeweiligen Erfordernissen angepaßt werden. Somit erlaubt der Parameter
Strecken, die Lage der neutralen Faser in den unterschiedlichen gekrümmten Bereichen des Profilstabes
zu beeinflussen. Auf diese Weise kann etwa eine Wellenbildung im kurveninneren Bereich (durch übermäßige
Stauchung hervorgerufen) minimiert werden. Durch die Methode des Streckbiegens werden robuste
Biegeprozesse für anspruchsvolle Profile ermöglicht. Chargenabhängige Schwankungen können weitgehend
kompensiert werden. Die Streuung der physikalischen Eigenschaften des zur Verfügung stehenden Materials
sollte jedoch möglichst bekannt sein, da manche Standardnormen lediglich Mindestwerte fordern.
Streckbieger sind durch den Streckkraftbereich (in Stufen von 10 bis 500 kN) und die geometrischen Eigenschaften (eben/räumlich sowie maximale Biegewinkelgröße und Tordierfähigkeit) bestimmt. Zusätzliche Bearbeitungen wie Bohren, Fräsen, Lochen, Sägen lassen sich in den Biegezyklus integrieren.




